FANDOM


Die Entstehung der Ordnung

Da eine vollständige Überlieferung aus einer Quelle nicht vorhanden ist, habe ich in dem folgenden Artikel die schlüssigste Darstellung der Entstehung des hellenistischen Weltbildes zusammengestellt.

Die Schöpfung

Am Anfang von allem war das Chaos. Die Unordnung aller Materie, nicht zu erfassen in seinem Wesen und seiner allmächtigen Erscheinung. Es bildete die Grundlage allen seins und ist Ursprung der Welten und Göttlichen Wesen. Nach und nach entstanden aus diesem Chaos fünf Wesen, die als die Kinder des Chaos angesehen werden. Die Materie sammelte sich und bildete diese Fünf:

Die Erstgeborene war Gaia, die personifiziere und göttliche Erde. Ihre Geschwister Nyx, die Finsternis der Nacht, Erebos, der Gott der Finsternis der Unterwelt, Tartaros, der Gott der personifizierten Unterwelt, sowie Eros, der Gott der unerschütterlichen Liebe.

Gaia erschuf aus ihrem eigenen Leib ihren Sohn und Ehemann Uranos, den Himmel. Dieser umgab sie vollständig und schirmte sie ab, Uranos nahm den Platz als erster Herrscher über die Erde ein. Aus der Verbindung zwischen Uranos und Gaia entstanden mehrere Geschlechter. Das erste Geschlecht bilden die drei Kyklopen Brontes, Steropes und Arges, riesenhafte Wesen mit menschenähnlichen Körpern, einem Auge und einer überragenden Fähigkeit im Handwerk und in der Fertigung von Werkzeugen und Waffen magischer Natur. Als Zweites werden die Hekatoncheiren Gyges, Briareos und Kottos geboren. Diese werden als drei riesenhafte Kreaturen beschrieben, jede von ihnen mit 50 Köpfen und 100 Armen und Händen. Sie besitzen unglaubliche Kräfte, die es ihnen ermöglichen Berge und Inseln zu versetzen und riesige Felsen zu schmeißen. Uranos war entsetzt über das Antlitz seiner Kinder und sperrte sie in den Tiefen der Erde, wodurch Gaia sehr verärgert wurde. Dann vereinigten sie sich ein drittes Mal und zeugten die zwölf Titanen Kronos, Okeanos, Koios, Kreios, Iapetos, Hyperion, Rhea, Theia, Mnemosyne, Themis, Tethys und Phoibe. Nach der Geburt dieser, versteckte Gaia ihre neu geborenen Kinder in ihrem tiefsten Inneren. Dort zog sie ihre jüngsten Kinder auf, ohne dass Uranos sie finden konnte.


Der Fall des Uranos

Die herangewachsenen Titanen hatten die Statur sehr kräftiger Menschen, nur waren sie etwa doppelt sie groß, wie heutige Menschen. Gaias Wut auf Uranos war nie verraucht und nun sah sie ihre Chance sich zu rächen. Sie brachte das unzerstörbare Material Adamant hervor und fertigte daraus eine Sichel, mit der sie ihren jüngsten Sohn Kronos ausstattete. Als Uranos sich Gaia ein weiteres Mal näherte, um sie zu begatten, trennte Kronos das Geschlechtsteil seines Vaters von dessen Körper. Uranos Sperma tropfte auf das Meer und das Meer begann zu schäumen, bis sich aus dem Nebel die Gestalt einer wunderschönen Frau erhob. Diese wurde von nun an Aphrodite genannt und wurde die Göttin des Verlangens und der körperlichen Liebe. Das Blut des Uranos tropfte aus seiner Wunde und fiel auf die Erde, wo sich weitere Kinder erhoben. Diese werden in die drei Geschlechter der Rachegöttinnen, die auch als Erinnyen bekannt sind, jenes der Giganten und jenes der Nymphen, die auch Meliai genannt werden, unterteilt. Zu den Rachegöttinnen zählen Alekto, die Unaufhörliche, Megaira, der neidische Zorn und Trisiphone, die Vergeltende. Das Geschlecht der Giganten zählt dreizehn Nachfahren: Agrios, Alkyones, Enkelados, Ephialtes, Eurytos, Gration, Hyppolytos, Klytios, Mimas, Pallas, Polybotes, Porphyron und Thoas. Die Nymphen entstanden in großer Zahl und sind namentlich nicht bekannt. Noch während das Geschlechtsteil des Uranos auf die Erde fiel schrie dieser auf und er drehte sich zu seinem jüngsten Sohn Kronos. Uranos verfluchte seinen Sohn, dass auch er von seinen Kindern gestürzt und entmachtet werden würde. Kronos nahm sich den Thron seines Vaters und sperrte seine anderen Geschwister in den Tartaros, da er ihnen nicht traute. Als Wächter setzte Kronos das Ungeheuer Kampe ein. Er nahm seine Schwester Rhea zur Frau und übergab Teile seiner Macht an die anderen Titanen. Hyperion wurde zum Herrscher über Licht und Sonne, er zeugte mit seiner Gattin Theia den Sonnengott Helios, die Mondgöttin Selene und die Morgenröte Eos, die noch vor Aphrodite als schönstes weibliches Wesen gilt. Iapetos wurde Wächter des Westens und nahm sich die Nymphe Klymene, eine Tochter des Okeanos, zur Frau. Koios wurde der Wächter des Nordens. Kreios wurde der Wächter des Südens und der Verantwortliche über die Sternenbilder. Er nahm Eurybia, die Tochter des Meeresgottes Pontos, zur Frau. Mnemosyne wurde die Schutzherrin des gleichnamigen Flusses dessen Wasser Allwissenheit herbeiführt und die Mutter der neun Musen, deren Vater Zeus ist. Okeanos wurde der Herr der Ozeane, er gilt als der stärkste und mächtigste Titan und zeugte mit Tethys die Flussgötter, die Meeres- und Quellnymphen. Phoibe wurde die Frau des Koios und die Göttin des Mondes. Die Göttin der Gerechtigkeit und der Ordnung war Themis und war in der Lage blicke in die Zukunft zu werfen. Sie wurde nach der Okeanidin Metis die zweite Gattin des Zeus. Tethys war als Okeanos Gattin die Göttin der Meere. Theia wurde die Gattin des Hyprion. Aus der Verbindung zwischen Iapetos und Klymene entstanden vier weitere Titanen. Zum einem der harte Atlas, Epimetheus, der auch der Nacherbedenkende genannt wurde, der überhebliche Menoitios und Prometheus, der Vorherbedenkende und Freund der Menschen. Kreios und Eurybia zeugten ebenfalls weitere Titanen, zu denen Asterios, der Titan der Abendröte zählt, sowie: Pallas und sein Bruder Perses, der Gott der Zerstörung.

Die Titanenherrschaft

Mit dem Beginn der Titanenherrschaft wird auf der Erde das goldene Zeitalter eingeleitet. Das so genannte goldene Geschlecht wird als menschenähnliche Art beschrieben, dass nahezu perfekt erscheint. Es ist sehr langlebig, doch kann es sich auf lange Sicht nicht arterhaltend fortpflanzen. Die Bedingungen auf der Erde sind nahezu perfekt, es ist genügend Nahrung und Platz für alle Lebewesen. Nach einer langen und friedlichen Zeit stirbt dieses goldene Geschlecht jedoch aus. Nach einiger Zeit tritt ein neues Geschlecht auf der Erdoberfläche auf, welches das silberne Zeitalter einläutet. Auch dieses Geschlecht wird nach dem Zeitalter benannt, ist jedoch nur ein grauer Schatten der Vorgänger. Sie leben kürzer und gleichen dem goldenen Geschlecht nicht annähernd in Körperkraft und Verstand. Die härteren Zeiten auf der Erde sorgen dafür, dass dieses zweite Geschlecht ebenfalls ausstirbt. Mit dem Aussterben des silbernen Geschlechts beginnt auch ein Wandel im Reich der Titanen, denn Rhea wird schwanger und Kronos erinnert sich an den Fluch von Uranos. Er begann zu überlegen und kam zu dem Schluss, dass er seinen Kindern keine Chance geben würde seine Herrschaft in Frage zu stellen. Als Rhea niederkam und die Kinder des Kronos nach und nach auf die Welt kamen, begann Kronos die Neugeborenen in einem Stück herunterzuschlucken, damit sie ihm nicht gefährlich werden konnten. Rhea entschied sich gegen ihren Mann zu wenden und rettete ihren jüngsten Sohn, indem sie Kronos stattdessen einen Stein gab, der in Leinen gewickelt war. Sie versteckte den neugeborenen Zeus in einer Grotte auf Kreta, wo er unter Gaias Obhut aufwuchs. In dem Moment, in dem die Kinder des Kronos geboren wurden, erschien auf der Erde ein neues kriegerisches Geschlecht, welches das bronzene Zeitalter einleitete. In diesem Zeitalter herrschten vor allem große Kriege und das vorherrschende Material war Bronze, aus dem vor allem Waffen hergestellt wurden.

Titanomachie

Der ausgewachsene Zeus suchte verzweifelt nach einem Weg seine Geschwister zu befreien und mit ihrer Hilfe Kronos zu stürzen. Er traf auf die Okeanide Metis, eine Tochter des Okeanos und der Tethys, die ihm einen Trank gab, der Kronos die Geschwister des Zeus hochwürgen lassen würde. Zeus schlich an das Bett seines Vaters, während dieser schlief und verabreichte diesem den Trank. Kronos erwachte, doch bevor er seinen Sohn erblickte, begann er zu würgen und erbrach die Geschwister des Zeus: seine Brüder Poseidon und Hades, sowie seine Schwestern Hestia, Hera und Demeter. Gemeinsam begannen die sechs Geschwister einen Feldzug gegen Kronos und seine Verbündeten. Okeanos stellte sich als einziger Titan auf die Seite der zukünftigen Olympier. Auf der Seite des Kronos standen die Titanen Koios, Kreios, Hyperion, Iapetos, Atlas und Menoitios. Die weiblichen Titanen blieben in dieser Auseinandersetzung neutral. Der Krieg wütete schreckliche elf Jahre, als Gaia erkannte, dass er kein Ende nehmen würde und sie entschied den Olympiern zu helfen, indem sie Zeus zu den Toren des Tartaros führte, wo dieser das Ungeheuer Kampe erschlug und die Geschwister der Titanen befreite, damit diese ihm in dem Kampf gegen die Titanen helfen würden. So geschah es, dass Brontes, Steropes und Arges drei mächtige Waffen schmiedeten, die sie den Götterbrüdern aushändigten. Den Donnerkeil, der später auch Herrscherblitz genannt wurde, für Zeus, den Dreizack für Poseidon und eine magische Kappe für Hades. Die Hekatoncheiren hingegen halfen durch ihre enormen Kräfte und schleuderten riesige Felsen auf die Titanen. So nahm der Krieg eine entscheidende Wendung und es gelang Kronos und seine Mitstreiter festzusetzen und zu besiegen. Die Meisten der Titanen wurden in den Tartaros geworfen, wo sie bis in alle Ewigkeiten bleiben sollten, doch für einige hatte Zeus sich eine besondere Bestrafung ausgedacht. Kronos selbst wurde in kleine Stücke gehackt, die dann in den tiefsten Ecken der Unterwelt versteckt wurden. Da die Stützen zwischen Himmel und Erde durch den Krieg stark beschädigt wurden und einzustürzen drohten, wurde Atlas, der zäheste der Titanen, dazu verdammt den Himmel von der Erde abzustützen, damit dieser nicht auf sie herunterfiel. Als Wächter vor den Toren des Tartaros wurden von Zeus die Hekatoncheiren eingesetzt. Während der Titanomachie gipfelten auch die Kriege der Menschen, sodass auch das bronzene Zeitalter mit dem Aussterben des kriegerischen Geschlechts endete. Doch schon bald sollte das Geschlecht der Menschen und Heroen erschaffen werden.

Zeus wurde von seinen Geschwistern als Göttervater ernannt und damit zum neuen Herrscher über die Erde. Er nahm seine Schwester Hera zur Frau und wurde Herrscher über Himmel, Blitz und Donner. Seine Waffe ist der Herrscherblitz bzw. der Donnerkeil. Seine Frau Hera wurde zur Familiengöttin, die für Hochzeit, Mutterschaft und Geburt zuständig ist. Poseidon wurde Gott des Meeres, der Erdbeben und der Pferde, seine Waffe ist der Dreizack und häufig bewegt er sich mit einem Streitwagen fort. Demeter wurde zur Erd- und Fruchtbarkeitsgöttin, die ständig die dreifaltige Manifestationen Jungfrau, Mutter und alte Frau durchläuft. Hestia wurde zur jungfräulichen Göttin des Herdfeuers und der Familieneintracht. Hades wurde als Wächter über die Unterwelt eingesetzt und besitzt die Hadeskappe. Seine ständigen Begleiter wurden die Brüder Thanatos (der Tod) und Hypnos (der Schlaf), die aus der Verbindung zwischen Nyx und Erebos hervorgingen. Letzterer wird nicht zu den Olympiern gezählt, da er seinen Thron in der Unterwelt und nicht auf dem Berg Olymp hat. Des Weiteren nahm Zeus Aphrodite in den Kreis der Olympier mit auf, die zur Göttin der Liebe und der Schönheit wurde.

Die Herrschaft der Olympier

Nachdem die Olympier vorerst ihre Macht gesichert hatten, zeugte Zeus einige Nachkommen. Hera gebar ihm die zukünftigen Olympier Ares, den Gott des Krieges und der Schlachten und Hephaistos, den Gott der Vulkane, des Feuers, der Schmiedekunst und der Architektur, sowie die Schwestern Hebe, die den Göttern als Mundschenk diente und Eileithyia, die die Göttin der Geburt wurde. Die Titanentochter Leto schenkte Zeus die Zwillinge Artemis und Apollon, die ebenfalls beide in den Kreis der Olympier aufgenommen wurden. Artemis wurde die jungfräuliche Göttin der Jagd und des Mondes, sie hatte zu jeder Zeit Pfeile und einen silbernen Bogen dabei. Apollon wurde Gott der Poesie, des Lichtes, der Pest und der Prophetie. Maia, die Tochter des Atlas und der Okeanide Pleione, gebar dem Zeus einen weiteren Sohn, den dieser Hermes nannte. Dieser wurde als Gott der Diebe, des Handelns und der Reisenden zum Götterboten. Metis, eine andere Okeanide, wurde die Mutter der Athene, deren Geburt später behandelt werden soll. Athene wurde die jungfräuliche Göttin der Weisheit, Schutzherrin der Helden, der Städte, des Ackerbaus, der Künste und Wissenschaften, des weiblichen Handwerks, des Krieges und des Friedens. Mit seiner Schwester Demeter zeugte Zeus die Persephone, die er später selbst sehr begehrte. In einer List begattete Zeus seine eigene Tochter und zeugte seinen liebsten Sohn Zagreus, den er zu seinem Erben machen wollte, doch Hera wurde sehr zornig. Sie brachte einige Titanen dazu, den Zagreus zu töten.

In diesem Zeitalter beauftragte Zeus seinen Sohn Hephaistos die Erde neu zu bevölkern und dieser formte aus Erde und Lehm mit Feuer die Körper der ersten Lebewesen. Diesem Ergebnis fügte er verschiedenste Attribute hinzu. Zeus kam mit dem Ergebnis zu den Brüdern Prometheus und Epimetheus und übertrug ihnen die Aufgabe den neu geschaffenen Wesen ihre Gaben zu übertragen. Epimetheus begann mit der Verteilung der Gaben, so erhielten einige Kreaturen ein Federkleid und die Fähigkeit zu fliegen, anderen gab er ein, sich von Pflanzen zu ernähren. Doch als die Reihe an den Menschen kam, waren keine Gaben mehr übrig. Prometheus sah, was sein Bruder getan hatte und fühlte sich für dessen Taten verantwortlich. So beschloss Prometheus in die Werkstatt von Hephaistos einzubrechen und das Feuer als Gabe für die Menschen zu stehlen. Er lehrte den Menschen den Umgang mit dem Feuer und verschaffte ihnen damit einen Ausgleich für ihre mangelnden Gaben. Das Feuer sollte die Grundlage der menschlichen Kultur werden und die Menschen in die Lage versetzen, sich an die Spitze der Erdlebewesen zu setzen. Doch Zeus gefiel nicht, was Prometheus tat, denn das Feuer war nicht als Gabe vorgesehen und so entschied er Prometheus zu bestrafen. Der junge Titan wurde an den höchsten Gipfel des Kaukasus gekettet, wo ihn jeden Morgen ein Adler aufsuchte, um seine Leber zu fressen, die dann über Nacht nachwuchs. Prometheus wurde erst viele Jahre später von dem Heroen Herakles befreit. Auch Epimetheus wurde von Zeus bestraft, jedoch auf eine andere Art. Zeus veranlasste seinen Sohn Hephaistos die erste Frau zu erschaffen und beauftragte alle anderen Götter damit sie unwiderstehlich zu machen. Diese Frau nannte er Pandorra und er gab ihr eine Buchse. So ausgestattet schickte er sie zu Epimetheus, der zwar zuvor von seinem Bruder gewarnt worden war keine Geschenke des Zeus anzunehmen, doch er verliebte sich sofort in sie und ließ sie in sein Haus. Zeus hatte die Anordnung gegeben, dass die Büchse niemals geöffnet werden dürfe und so lebte das Paar einige Jahre glücklich und ohne Zwischenfälle. Doch es kam der Tag an dem Pandorra von ihrer Neugier überwältigt wurde und die Büchse öffnete. Aus dem Behälter entflohen sogleich die vier Plagen der Menschheit, bevor Epimetheus die Büchse wieder schließen konnte. Von nun an wurde die Menschheit von Krankheiten, Kriegen, Unglück und Tod heimgesucht. Nur die Hoffnung blieb in der Büchse zurück, diese wurde erst später während der Sintflut freigesetzt. Doch in der Zeit, bis Pandorra die Büchse öffnete, erblühte die Menschheit und dieses Zeitalter war das Zeitalter der Heroen. Heroen waren zumeist Halbgötter, die also meist eine menschliche Mutter und einen göttlichen Vater hatten. Der berühmteste Heros war Herakles, der neben Dionysos der einzige Heros war, der von den Göttern des Olymps in ihre Reihen aufgenommen wurde.

Gigantomanie

In der Zwischenzeit ist Gaias Zorn nicht verraucht und in ihr hat ein Plan Gestalt angenommen. Die Verbannung der Titanen und das Einsetzen der Hundertarmigen als ihre Wachen und der damit einhergehende Ausschluss von der Oberwelt, sowie der Abstand der Götter zu der Mutter selbst erzürnten sie immer weiter. Aus diesem Grund sammelte sie die Giganten um sie und überredete diese wilden Krieger die Götter auf dem Olymp anzugreifen. Die Giganten waren riesige Ungeheuer mit den Oberkörpern muskulöser Männer und Beinen, wie Schlangenleibe. Die Giganten übertrafen die Götter in ihrer Macht und konnten nur durch die Verbindung eines Gottes oder einer Göttin mit einem Halbgott besiegt werden. Der Kampf war von den Giganten dominiert, bis sich dann endlich die sterblichen Söhne des Zeus in Auseinandersetzung einmischten. Herakles und Dionysos waren die entscheidenden Kräfte, die den Krieg wenden konnten und den Göttern halfen die Giganten zu besiegen. Der stärkste unter den Giganten war Alkyones, er wurde durch Herakles mit einem Pfeil niedergestreckt, der den Giganten in Verbindung mit einem von Zeus Blitzen traf. Ebenso wurde Porphyron zuerst von einem Blitz des Zeus getroffen und anschließend von Herakles Pfeil hingerichtet. Apollon und Herakles kämpften eine lange Zeit gegen Ephialtes, bis sie ihn beide mit je einem Pfeil in eines seiner Augen töteten. Dionysos erschlug den Giganten Eurytos mit seinem von den Göttern gesegneten Thyrosstab und Hekate, die aus reiner Magie geboren wurde und auch zur Göttin derselbigen wurde, war in der Lage Klytos zu töten. Mimas wurde von Hephaistos mit rotglühendem Eisen stark verwundet, sodass Herakles es zu Ende bringen konnte. Enkelados wurde auf der Flucht von Athene unter der Insel Sizilien begraben, dann tötete sie den Giganten Pallas und machte sich aus seiner Haut einen Schild. Poseidon begrub Polybotes unter mehreren Inseln und sorgte so für seine Handlungsunfähigkeit. Hermes streckte, unsichtbar durch die Hadeskappe, Hippolytos nieder, wo dieser durch einen Pfeil von Herakles getötet wurde. Gration wurde von Artemis mit einem Pfeil an den Boden genagelt und dann von Herakles erschlagen. Agrios und Thoas wurden von den drei Moiren Klotho, Lachesis und Atropos, die von Nyx geboren wurden, niedergeschlagen und dann von Herakles durch je einen Pfeil hingerichtet.


Der Typhon

Aus Wut über eine erneute Niederlage verband sich Gaia mit Tartaros und gebar den Typhon, der in einer Grotte in Kleinasien aufwuchs. Dieses Ungeheuer hatte die Gestalt eines Riesen mit hundert Drachenköpfen und einem Schlangenleib als Beine, es erreichte in dieser Abgeschiedenheit seine volle Stärke und Größe. Dieses gewaltige Ungetüm wurde von Gaia zum Olymp geschickt, um die Götter endgültig zu besuchen. Der riesige Leib des Typhon wand sich um den Olymp und die Kreatur kroch bis zur Spitze. Als sein Kopf vor den Toren des Sitzes der Götter auftauchte, ließ er ein markerschütterndes Brüllen ertönen, dass nahezu alle Götter Reißaus nahmen. Einzig Athene widerstand dem Geräusch und verspottete die anderen Götter, die sich in Tiere verwandelt hatten. Sie war in der Lage den ersten Angriff des Typhon abzuwehren. Zeus überwand sich, kehrte in seine ursprüngliche Form zurück und stellte sich dem Ungeheuer. Es fanden mehrere Kämpfe statt, in denen die Kontrahenten etwa gleich stark wirkten, doch dann bekam der Typhon von seiner Mutter die Sichel des Kronos übergeben und es gelang ihm in dem darauffolgenden Handgemenge einige Sehnen des Zeus zu durchtrennen. Zeus regloser Körper wurde von dem Ungeheuer bei der Schlange in Delphyne zurückgelassen. Dort fand ihn Hermes, der das Ungeheuer ablenkte, Zeus heilte und diesen wieder mit seinem Donnerkeil ausstattete. In dem darauffolgenden Kampf war es der Typhon, der schwer verwundet wurde und der sich daraufhin, durch den Rat der Moiren veranlasst, an menschlicher Nahrung sättigte, um sich selbst zu stärken. Doch die Schicksalsgöttinnen hatten den Typhon hintergangen und so konnte Zeus ihn besiegen. Er begrub das Ungetüm unter dem Ätna auf Sizilien. Doch noch vor dem entscheidenden Kampf zeugte der Typhon mit dem weiblichen Ungeheuer Echidna den zweiköpfigen Hund Orthos, den dreiköpfigen Höllenhund Kerberos, die lernäische Hydra, die Chimäre, die Sphinx, den nemeischen Löwen, die Riesensau Phaia und den riesigen Adler Aithon.


Die Sinflut

Das Ende der Auseinandersetzung und das Öffnen der Buchse der Pandorra fielen etwa auf den gleichen Zeitpunkt, der zugleich das Ende der Heroen heraufbeschwor. Die Auseinandersetzungen unter den Menschen nahmen rapide zu und da ihr gesamtes Geschlecht immer häufiger von Krankheiten und Tod hingerafft wurden, wendeten sie sich immer weiter von den Göttern ab. Die Götter, die durch die nachlassenden Gebete und schwindende Ehrfurcht der Menschen erbost waren, kehrten den Menschen ebenso den Rücken, dadurch starben die Halbgötter so gut wie aus und mit ihnen die Heroen. Die Menschen wurden immer weniger und ihr Geschlecht wurde immer schwächer, dieser letzte Abschnitt wird auch als eisernes Zeitalter bezeichnet. Zeus sah, dass die Menschen genug gelitten hatten, er entschloss die Menschheit einmal neu aufzusetzen.

Der Göttervater trat an den befreiten Prometheus heran und trug ihm auf, an seinen menschlichen Sohn heranzutreten und diesem einen Auftrag zu erteilen. Deukalion bekam die Aufgabe eine Arche zu bauen und sich mit seiner Frau Pyrrah, der Tochter des Epimetheus und der Pandorra, über die Flut zu retten. Sobald die Arche fertiggebaut worden war und mit genüg Nahrung und Trinkwasser bestückt, begann es schlagartig zu regnen, bis das gesamte Land überschwemmt war und es hörte für neun Tage und neun Nächte nicht auf. Epimetheus bekam einen Besuch des Zeus und dieser riet ihm die Büchse der Pandorra ein weiteres Mal zu öffnen. Epimetheus tat wie ihm geheißen und öffnete die Buchse, so konnte nun auch endlich die Hoffnung entweichen und gleichzeitig mit ihrem Entweichen brach der Regen ab und die Sonne fing wieder an zu scheinen. Mit jedem Tag sank der Meeresspiegel weiter und nach weiteren drei Tagen setzte der Bug der Arche auf Grund. Als das Wasser in den folgenden Tagen weiter abfloss, sahen Deukalion und Pyrrah, dass sie auf dem Berg Parnaß gelandet waren. Sie verließen die Arche und sahen, dass neue Land fruchtbar war. Die beiden bauten sie einen Altar und beteten zu den Göttern. Sie dankten ihnen, dass sie verschont wurden und fragten um Rat, wie sie die Menschheit neu beleben sollten. Die Götter waren zufriedengestellt durch die Dankbarkeit der letzten beiden Menschen und Zeus erschien ihnen auf diesem Berg und sprach zu ihnen, dass sie die Knochen der Mutter hinter sich werfen sollen und das aus diesen die neuen Menschen werden würden. Zuerst war das Paar entsetzt über den Frevel den sie begehen sollten, doch dann ordneten sich die Worte des Zeus neu und sie begriffen, dass die Mutter Gaia und die Steine als ihre Knochen gemeint waren. So schritten Deukalion und Pyrrah den Berg herab, hoben Steine von ihrem Weg auf und warfen diese hinter sich und aus den Steinen des Deukalion erwuchsen Männer und aus den Steinen der Pyrrah erwuchsen Frauen, die als Begründer des neuen und gereinigten Menschengeschlechts gelten würden. Doch die Titanensprösslinge zeugten auch einige direkte Nachkommen, die Hellen, Doros, Aiolos und Xuthos hießen. Die Götter schufen die Tierwelt neu und so entstand die heutige Welt.